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Homeoffice für immer – kann das klappen?

Das Coronavirus hat die Arbeit in vielen Firmen in Deutschland grundlegend verändert. Wo das Arbeiten im Homeoffice vor einiger Zeit noch undenkbar war, wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um es Mitarbeitern zu ermöglichen, von zuhause aus zu arbeiten.

Dass Homeoffice durchaus seine Vor- und Nachteile hat, konnten mehr als ein Drittel der Deutschen in den letzten Monaten feststellen. Umfragen zeigen aber auch, dass sich deutsche Arbeitnehmer eine einheitliche Regelung wünschen. Das gab fast die Hälfte der Befragten an. In der Diskussion steht unter anderem ein Recht auf Homeoffice. Viele sind jedoch skeptisch, wie sich dieses letztendlich gestalten soll und ob es überhaupt umsetzbar ist, deutsche Arbeitnehmer mit einem gesetzlichen Anspruch in das Homeoffice zu schicken.

Welche Weichen müssen gestellt werden?

Erreichbarkeit. Klare Vereinbarungen zur Verfügbarkeit gegenüber Teammitgliedern und Führungskräften sorgen für Klarheit und fördern die Motivation der Teammitglieder.

Rahmenbedingungen. Wie können professionelle Rahmenbedingungen geschaffen werden? Wer zahlt die Ausstattung im Homeoffice? Das ständige Arbeiten am Küchenarbeitstisch ist auf Dauer nicht gesundheitsfördernd. In den USA belohnt zum Beispiel Facebook Beschäftigte zur besseren Ausstattung mit jeweils 1000 Dollar.

Versicherung. Auch versicherungstechnisch müssen noch einige Fragen beantwortet werden. Wo sind Arbeitnehmer im Homeoffice versichert? Wann sind sie es nicht mehr? Zum Beispiel beim Gang in die Küche.

Digitale Zeiterfassung. Wie lässt sich die Arbeitszeit zuhause dokumentieren? Das gibt Arbeitnehmern die Sicherheit, dass keine Minute verloren geht, und Arbeitgeber haben zuverlässige Daten zur tatsächlichen Arbeitszeit.

Welche Vorteile hat das mobile Arbeiten für Unternehmen?

Das Arbeiten zuhause hat für Arbeitnehmer und Arbeitgeber Vorteile – das ist unumstritten. Viele, die aufgrund der Coronakrise erstmals in das Homeoffice geschickt wurden, berichten von ihren positiven Erlebnissen mit dieser neuen Arbeitsform. Doch welche Pros und Contras gibt es konkret?

Pros für Arbeitnehmer:

Arbeitnehmer können zweifelsohne profitieren. Zum einen bietet diese Arbeitsform einen erhöhten Schutz vor Infektionen – insbesondere der Coronviruserkrankung. Dieser Fakt kann auch bei zukünftigen Krankheitswellen und Grippeepidemien eine Rolle spielen. Gerade Risikogruppen müssen sich besonders vor einer Ansteckung schützen. Daher ist es sinnvoll, die Zahl der Kontaktpersonen einzuschränken. Gerade in einem Großraumbüro sind Begegnungen jedoch unvermeidlich, sodass Viren und Bakterien schnell von einem Arbeitnehmer zum nächsten übertragen werden. Im Homeoffice besteht dieses Risiko nicht.

Das tägliche Pendeln fällt weg, sodass mitunter mehr Zeit zur freien Verfügung übrigbleibt. Die Coronakrise hat zudem gezeigt, dass die gesunkene Zahl der Pendler einherging mit geringeren Schadstoffemissionen und einem verminderten Verkehrsaufkommen. Dieser Fakt wird besonders Umweltschützer freuen. Arbeitnehmer können sich zudem auch die anfallenden Sprit- oder Anreisekosten sparen.

Studien haben weiterhin gezeigt, dass Beschäftigte, die von zuhause aus arbeiten, eine höhere Zufriedenheit im Job angeben. Das wirkt sich positiv auf ihre Arbeitsmotivation und Leistung aus. Sie profitieren von mehr Zeit, die ihnen nun zur Verfügung steht und der Ruhe, die in größeren Büroräumen häufig einfach nicht gegeben ist.

Zudem sorgt der Vertrauensvorschuss, den der Chef seinen Mitarbeitern entgegenbringt, dafür, dass sich Beschäftigte in ihrer Firma wohler und besser wertgeschätzt fühlen.

Pros für Arbeitgeber:

Aber nicht nur Arbeitnehmer können die Vorteile ausschöpfen, auch für die Arbeitgeber zeigen sich viele positive Aspekte, wenn sie ihre Angestellten von zuhause aus arbeiten lassen. Die wohl größte positive Auswirkung ist die gesteigerte Produktivität der Mitarbeiter. Studien haben gezeigt, dass Angestellte, denen die Möglichkeit gegeben wurde, von zuhause aus zu arbeiten, fast 30 Prozent produktiver waren, als noch während ihrer Büro-Arbeitsphase. Dieser Fakt erklärt auch, warum Unternehmen, die die Option dieser Arbeitsform anbieten, profitabler sind und im Schnitt höhere Gewinne erzielen.

Außerdem profitieren die Arbeitgeber davon, dass Mitarbeiter im Schnitt viel seltener krank sind. Ein Grund hierfür ist die schon oben genannte verminderte Ansteckungsgefahr durch weniger Sozialkontakte. Zudem machen Angestellte in Heimarbeit weniger Pausen und schaffen somit mehr Arbeit in kürzerer Zeit. Die erhöhte Zufriedenheit auf Seiten der Arbeitnehmer führt dazu, dass das Unternehmen weniger Kündigungen und somit weniger Personalwechsel vermerken muss.

Auch die sinkenden Betriebskosten sind sicherlich ein positives Argument. So fallen die Anmietung von Büroräumen oder auch der ein oder andere Dienstwagen weg. Strom, Wasser, Reinigungspersonal und andere laufende Kosten können ebenfalls gespart werden. Diese Arbeitsform wirkt sich also auch auf die Arbeitgeber selbst und das Wohl des Unternehmens durchaus positiv aus.

Welche Nachteile bringt das Homeoffice mit sich?

Trotz aller Vorteile sollte auch nicht außer Acht gelassen werden, dass sich diese nicht für alle positiv auswirkt und auch einige Schwierigkeiten mit sich bringen kann.

Contras für Arbeitnehmer:

Ein negativer Aspekt von Heimarbeit ist, dass nicht jeder Arbeitnehmer die nötige Disziplin aufbringt, zuhause Arbeitstätigkeiten zu verrichten. Vielen fehlt hierbei die strikte Trennung von Arbeit und Freizeit. Gerade wer (kleine) Kinder zuhause hat, leidet oft unter der ständigen Ablenkung. In diesem Fall ist es oft leichter, in einem abgetrennten Bereich im Büro zu arbeiten und klar definierte Arbeitszeiten zu haben.

Nicht alle haben geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung und können in einem separaten Büro arbeiten. Auch müssen Arbeitsmaterialien und Büroausstattung erst angeschafft werden. Nicht jede Wohnung eignet sich tatsächlich auch als Büro.

Manch einem fehlt auch der Austausch und die soziale Interaktion mit den Kollegen. Über Videokonferenzen zu kommunizieren ist häufig nicht mit dem persönlichen Austausch vergleichbar. Mit dem sozialen Netzwerk auf Arbeit geht häufig auch ein Stück Freundschaft verloren.

Außerdem beklagen Arbeitgeber die häufig eingeschränkte Kommunikation. Das liegt an der fehlenden direkten Kontaktaufnahme, die innerhalb eines Gebäudekomplexes durchaus möglich ist. Dank technischer Ausstattung ist zwar eine schnelle und zielgenaue Kommunikation möglich, sie ist jedoch nicht eins zu eins mit persönlichen Meetings vergleichbar.

Contras für Arbeitgeber:

Auch viele Arbeitnehmer fürchten negative Konsequenzen und sind deshalb zögerlich, was die Umsetzung betrifft. Beispielsweise wird als häufiges Gegenargument die abnehmende Produktivität der Mitarbeiter angegeben. Viele Arbeitgeber bestehen auf Kontrollmaßnahmen, weil sie befürchten, dass nicht alle Angestellten die Zeit zuhause gewinnbringend nutzen. Tatsächlich kann es Mitarbeiter geben, die sich zuhause sehr leicht ablenken lassen und daher nicht wie gewohnt produktiv sind. Dennoch zeigen Studien einen überwiegenden Anstieg der Leistungsfähigkeit.

Zunächst ist die Etablierung auch mit zahlreichen Neuanschaffungen verbunden. Es muss eine funktionierende Internetverbindung in den Häusern der Angestellten sichergestellt werden. Die IT-Sicherheit muss gewährleistet sein. Eine Kontrollmöglichkeit wie etwa eine digitale Zeiterfassung erleichtert die Überprüfung der Arbeitszeit.