
Der Fertigstellungsgrad gibt in Prozent an, welcher Anteil einer geplanten Leistung bereits abgeschlossen ist. Er beschreibt den fachlichen Fortschritt eines Vorgangs oder Projekts und ist nicht mit dem Anteil verbrauchter Arbeitsstunden gleichzusetzen.
Das Wichtigste in Kürze
- Leistungsfortschritt: Der Fertigstellungsgrad zeigt, welcher Anteil der geplanten Leistung bereits erbracht wurde. Grundlage ist eine nachvollziehbare Bewertung des erreichten Arbeitsstands.
- Stundenverbrauch: Bereits geleistete Arbeitsstunden sind nicht mit dem Fertigstellungsgrad gleichzusetzen. Auch wenn 50 % der geplanten Stunden verbraucht wurden, kann der fachliche Fortschritt davon abweichen.
- Projektprognosen: Zusammen mit dem Ist-Aufwand und einer Einschätzung der verbleibenden Arbeiten unterstützt der Fertigstellungsgrad die Bewertung von Restaufwand und erwartetem Gesamtaufwand.
01 Wie wird der Fertigstellungsgrad ermittelt?
Der Fertigstellungsgrad wird anhand der bereits erbrachten Leistung bestimmt. Welche Methode geeignet ist, hängt davon ab, wie sich der Fortschritt eines Vorgangs messen oder bewerten lässt.
Je nach Art der Leistung kommen unterschiedliche Ansätze infrage:
- Messbare Leistungen: Besteht die geplante Gesamtleistung aus vergleichbaren Einheiten, lässt sich der Fertigstellungsgrad anhand der abgeschlossenen Einheiten berechnen.
- Fachlich bewertete Leistungen: Bei komplexen Aufgaben wird der Fortschritt anhand definierter Kriterien, abgeschlossener Teilleistungen oder einer fachlichen Einschätzung beurteilt.
Für mengenmäßig messbare Leistungen gilt:
Fertigstellungsgrad (%) = (abgeschlossene Einheiten / geplante Gesamteinheiten) × 100
Beispiel: Von 100 geplanten Dokumenten wurden 40 vollständig geprüft. Der Fertigstellungsgrad beträgt 40 %.
Wichtig ist, dass die Bewertungsmethode zum jeweiligen Vorgang passt und über den Projektverlauf einheitlich angewendet wird.
02 Fertigstellungsgrad: Beispiel aus der Praxis
Ein Projektvorgang ist mit 40 Arbeitsstunden geplant. Nachdem 20 Stunden geleistet wurden, bewertet der Projektverantwortliche den fachlichen Fortschritt mit 25 %.
Der Vergleich zeigt:
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Geplanter Aufwand | 40 Stunden |
| Bisheriger Ist-Aufwand | 20 Stunden |
| Verbrauchter Anteil des Planaufwands | 50 % |
| Fertigstellungsgrad | 25 % |
Obwohl bereits die Hälfte der geplanten Arbeitsstunden verbraucht wurde, ist erst ein Viertel der vorgesehenen Leistung abgeschlossen.
Ergebnis: Der Stundenverbrauch liegt deutlich über dem erreichten Leistungsfortschritt. Das kann auf einen höheren Aufwand als ursprünglich geplant hindeuten.
Wie viele Stunden tatsächlich noch benötigt werden, lässt sich aus diesen Angaben allein jedoch nicht zuverlässig bestimmen. Dafür muss der verbleibende Arbeitsumfang zusätzlich bewertet werden.
03 Warum ist der Fertigstellungsgrad wichtig?
Der Fertigstellungsgrad hilft Projektverantwortlichen, den erreichten Leistungsfortschritt zu beurteilen und den weiteren Projektverlauf besser einzuschätzen. Besonders aussagekräftig ist er, wenn er gemeinsam mit dem bisherigen Ist-Aufwand und dem erwarteten Restaufwand betrachtet wird.
Für die Projektsteuerung ergeben sich drei wesentliche Vorteile:
- Projektfortschritt beurteilen: Der Fertigstellungsgrad zeigt, wie weit die geplante Leistung bereits erbracht wurde. Dadurch lassen sich Vorgänge erkennen, bei denen Fortschritt und Stundenverbrauch voneinander abweichen.
- Restaufwand einschätzen: Anhand des erreichten Fortschritts und der noch ausstehenden Arbeiten lässt sich bewerten, welcher Aufwand voraussichtlich erforderlich bleibt.
- Gesamtaufwand prognostizieren: Der bisherige Ist-Aufwand und der geschätzte Restaufwand bilden zusammen eine aktualisierte Prognose des erwarteten Gesamtaufwands.
Wichtig: Der Fertigstellungsgrad allein liefert keine verlässliche Aufwandsprognose. Entscheidend ist auch, wie umfangreich und aufwendig die verbleibenden Arbeiten sind.
04 Fertigstellungsgrad mit TimO®
In TimO® kann der Fertigstellungsgrad auf Vorgangsebene erfasst und über die Projektstruktur verdichtet werden. So lassen sich Fortschrittsinformationen einzelner Vorgänge auch auf übergeordneten Projektebenen betrachten.
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